25. / 26. Februar 2023

Jasmin Ramadan

Figurenentwicklung – Der Grundstein für einen erfolgreichen Roman

Hamburg





Alexa Hennig von Lange

JASMIN RAMADAN studierte Germanistik und Philosophie in Hamburg. Seit 2006 ist sie Schriftstellerin und freie Autorin. Mit dem Roman »Soul Kitchen«, der Vorgeschichte zu Fatih Akins gleichnamigen Film, debütierte sie. Es folgten  drei weitere Romane. Jasmin Ramadan verbrachte auf Einladung des Goethe-Institutes fünf Wochen in Brasilien als Stadtschreiberin in Porto Alegre und Rio de Janeiro. 2020 war sie für den Anfang eines Romans für den Bachmannpreis nominiert. Für die taz schreibt sie die wöchentliche Kolumne »Einfach gesagt«. Zur Zeit arbeitet sie zudem an einer Fernsehserie. Im Frühling 2023 erscheint ihr neuer Roman.

Foto: Ali Salehi Yavani



Figuren sind das wichtigste Element beim Erzählen einer Geschichte. Und die Motivation der Hauptfigur ist deren Motor – sie treibt die Handlung voran und sorgt dafür, dass der Plot sich stetig weiterentwickelt. Mit dem Protagonisten legt man  den Grundstein für einen Roman, und je nachdem wie gut diese Figur ausgearbeitet ist, stellt man oft schon frühzeitig die Weichen, ob der Roman funktioniert oder ob das Projekt in seinem weiteren Verlauf scheitert.


Ist eine Hauptfigur gut ausgearbeitet ist, sie wie ein Partner, der einem bei der einsamen Arbeit des Romanschreibens durch etwaige Schwierigkeiten bringt. Wenn man selbst einmal nicht weiß, wie es weitergehen soll mit der Handlung, wo weiß es oft die Hauptfigur. Zumindest wenn sie gut entwickelt worden ist – und genau diese Grundlagen wollen wir Ihnen in diesem Seminar vermitteln. 


Ständig sind wir von Menschen umgeben, und wir beobachten stets bewusst oder unbewusst das Verhalten anderer. Und vielleicht entsteht dadurch manchmal die Idee, man könnte einfach so Figuren für die Fiktion aus der Realität abschöpfen. Doch so einfach ist es – leider – nicht. Es reicht eben nicht aus, eine Vorstellung vom Aussehen einer Figur zu haben, ihr einen Namen zu geben, das Geschlecht festzulegen und noch ein paar weitere biografische Daten hinzuzufügen, um sie dann durch die zuvor erdachte Handlung zu manövrieren. Es klingt vielleicht kryptisch oder gar albern esoterisch, ist aber eine pragmatische Notwendigkeit für das Gelingen eines Romans: Den Figuren muss Leben eingehaucht werden!

Egal, ob jung, alt, Mann, Frau, sprechendes Tier, eine körperlose Ich-Erzählstimme, Mörderin, Fee, Cyborg, ein Kindergärtner oder der Teufel – die Leser sollten sich mühelos einfühlen können, auch ohne sich mit den Figuren zu identifizieren. Aber wie funktioniert das eigentlich? Und muss man die Figuren dafür mögen? Oder wie erzählt man eine moralisch abgründige Figur so, dass die Leser später trotzdem auch Sympathie für sie empfinden? Braucht eine Figur vielleicht auch gerade Widersprüche, um interessant zu sein? Ist es nötig, das Innenleben einer Figur darzustellen oder kann man sie auch aus großer Distanz interessant gestalten und ist die Figur ein »Ich« oder lasse ich sie in der dritten Person auftreten?

Dieses Seminar soll Sie unterstützen und im besten Falle beflügeln, Figuren zu entwickeln und zum Leben erwecken. Und es soll viel geschrieben werden, um den Prozess Schritt für Schritt zu vollenden und mit ein paar guten Texten nach Hause zu gehen. Dabei werden Ihnen mögliche Vorgehensweisen aufgezeigt und nützliches Handwerkszeug vermittelt, auf dass Sie nach diesem Seminar derart viele lebendige und großartige Figuren entwickeln, dass man Ihren literarischen Werken in Zukunft womöglich einen großen Reichtum an schillernden Charakteren nachsagen wird oder zumindest ihre Freunde am Schreiben zutiefst befriedigt wurde.

Dieses Seminar richtet sich an erfahrene Autoren ebenso wie an Anfänger, die gerade erst mit dem Schreiben begonnen haben oder das erst vorhaben. Denn alles beginnt mit den Figuren.




ZEIT: 25. bis 26.02.2023, jeweils von 10 bis 18 Uhr

KOSTEN: 239,00 € (inkl. MwSt.)

MAXIMALE TEILNEHMERZAHL: 12

ORT: Nernstweg 32, 22765 Hamburg